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Logbuch der SY Shalimardue



Juni 2018
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Privat

Tempel und Strand

Den 26.12.2004 vergisst wohl kaum jemand. Speziell hier im Osten Sri Lankas, wo man wegen des Tsunamis viele Tausend Tote beklagte. Auch heute noch – etwas mehr als 13 Jahre später – sind immer noch die Schäden zu sehen. Während ich die Fotos vom beschädigten „Tiruchendur Murugan Temple“ mache, erfährt Michi von unserem Tuktuk-Driver Ranjan, dass er alleine in seiner Familie 35 Tote zu beklagen hatte. Er war gerade in Dubai arbeiten. Die 30 Meter hohe Welle hat den Sand vom Tempel ausgespült. Heute steht daneben ein neuer Tempel und die alten Gebäude werden für Schulstunden benutzt.

Am Friedhof gleich in der Nähe sind Hindus, Buddhisten, Katholiken – einfach alle – nebeneinander begraben. Diese Kultur lob ich mir. Von den Spendengeldern und der Caritas wurden viele einstöckige – gleich aussehende – Häuser gebaut. Aber trotzdem gibt es noch viele Ruinen zu sehen. Die Chefin vom Nachbarlokal verlor ihre vier Kinder bei der Katastrophe. Viele Tragödien auf kleinem Raum. Auch unsere 9 Mädchen, die durch den Tsunami zu Vollwaisen wurden und die wir mit unserer MuM -Foundation jahrelang versorgt hatten, kamen aus dem Osten Sri Lankas.

Anschließend fahren wir weiter zum Leuchtturm, der 1913 erbaut wurde. Wir kommen an vielen Fischern vorbei und Ranjan bleibt nun auch schon bei unserem ersten Ausruf stehen, damit wir wieder viele schöne Fotos schießen können. Er sagt, dass er alle unsere Fotos gerne haben möchte – kein Problem.

Zum Hindutempel „Sri Mamanga Pillayar Kovil“ bringt er uns ohne Auftrag. Heute ist Vollmond und er weiß, dass sich hier schon Einiges abspielt. Am Samstag kommt der neue Präsident von Sri Lanka hierher und es wird alles wunderschön hergerichtet. Die Frauen kochen für viele Arme und die Männer fertigen den Zeremonienwagen, der am Samstag auch zum Einsatz kommen soll.

Abschließend fahren wir zum Fort Park Batticaloa, wo heute das Gemeindeamt untergebracht ist. Trotzdem dürfen Besucher gratis auf der alten Fortmauer spazieren gehen und die Aussicht genießen. Alte Kanonen mit englischem Wappen stehen auf der alten portugiesischen Festung.

Heute soll wohl der schönste Tag der Woche sein und so zieht es uns natürlich auch an den Strand. Wir kommen gerade rechtzeitig, um mit den Fischern zu reden, was allerdings ein wenig schwierig ist, da sie nur sehr wenig Englisch und wir natürlich kein Singalesisch können. Was wir erfahren ist, dass sie morgen um 6 Uhr auslaufen – nach einigen Tagen Pause, wegen dem Wetter. Es gibt hier wahnsinnig viele kleine Muscheln, die wir aus Italien als teure Telline kennen, aber wir sehen niemanden, der sie sammelt und verwertet.