Gehe zu: Hauptmenü | Abschnittsmenü | Beitrag

Logbuch der SY Shalimardue

Dezember 2020
M D M D F S S
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Archiv

Privat

Tindari und das Wallfahrtsheiligtum – die Schwarze Madonna

Heute bin ich gleich nach dem Frühstück – mit 2 Fotoapparaten bewaffnet – auf dem Weg zur Landzunge unterhalb des Felsens von Tindari. Michi schont sein Knie, welches ihm von der gestrigen anstrengenden Tour noch schmerzt.

Ca. eineinhalb Kilometer gehen die Sandbänke ins Meer hinaus und ich lasse keinen Millimeter davon aus. Es gibt ja so viele Eindrücke von der Wallfahrtskirche, vom Meer, von den Booten, die eine Spur ins glasklare und heute komplett ruhige Wasser ziehen. Natürlich darf ich auch nicht die Blumen vergessen.



Das Gehen im feinen Kies ist recht anstrengend – zwei Schritte vor und einer zurück, aber irgendwann befinde ich mich am Rückweg und Michi kommt mir entgegen. Wahrscheinlich war ich schon zu lange unterwegs.


Mir bleibt gerade noch Zeit, mir ein frisches T-Shirt anzuziehen (das alte habe ich voll durchgeschwitzt) und schon sitze ich auf meinem Drahtesel. Was ich noch nicht weiß, ist, dass sich Michi vorgenommen hat, nach Tindari rauf zu radeln.

Von den entgegenkommenden Fahrzeuginsassen werden wir bewundernd angeschaut, wahrscheinlich sind E-Bikes hier noch nicht so gebräuchlich. Den Schafhirten interessieren nur seine Schafe, die er gerade vor uns über die Straße getrieben hat.

Das Wahrzeichen der Kathedrale ist die wundertätige Schwarze Madonna (Santuario della Madonna Nera) aus dem 8. Jahrhundert. Die hochverehrte byzantinische Madonna wird umrankt von vielen Geschichten und Legenden. Das Gnadenbild trägt die Aufschrift: NIGRA SUM SED FORMOSA was wiederum auf Deutsch heißt: Ich bin schwarz, aber schön!


Die neue Kirche wurde erst 1975 vollendet. Durch unsere angeborene Neugierde kommen wir in den ersten Stock und von dort in eine kleine, alte Kirche, wo eine Kopie der Schwarzen Madonna und in einem weiteren Nebenraum viele Votivgaben ausgestellt sind. Und da ist ein Fenster, welches sich öffnen lässt!

Durch dieses Fenster haben wir einen phantastischen Ausblick auf die Lagune von Tindari, da wo ich heute Früh schon gestiefelt bin (bis ans Ende).

Es gibt aber auch viel Geschichte hier auf Tindari. Bereits im 4. Jhdt. vor Chr. wurde die Stadt Tyndaris vom Tyrannen von Syrakus erbaut. Naturkatastrophen und viele Kriege leiteten den Untergang ein, die Araber zerstörten die Stadt im 9. Jhdt. dann aber endgültig.

Die Ruinen von römischen Häusern und Läden sind gut beschildert. Es sind auch Thermen zu sehen und einige Mosaike. Im Museum gibt es viele interessante Fundstücke zu bestaunen.


Der bedeutendste Teil der Ruinen ist das Griechische Theater und wieder einmal muss ich meine Stimme in der Mitte der Arena ausprobieren.

Unsere schon lädierten Bremsen haben wieder mal geglüht und ich glaube, noch einen weiteren Berg vertragen sie nicht mehr.

Kann man sich einen schöneren Küchenarbeitsplatz vorstellen? Michi tobt sich beim Kochen aus und ich genieße anschließend das Essen.