Gehe zu: Hauptmenü | Abschnittsmenü | Beitrag

Logbuch der SY Shalimardue

September 2021
M D M D F S S
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  

Archiv

Privat

Trullis in Alberobello


Unser neues Ziel ist Alberobello (ein Dorf in Apulien), ca. 400 km südlich von unserem vergangenen Nachtschlaf-Ankerplatz entfernt. Bereits um 06.00 Uhr früh lichten wir die Anker – ähh, lösen wir unsere Handbremse und unsere geheimsten Versperrleinen im Womo (nach Kaffee und Cornetto in der Hafenkneipe bzw. Autobahnraststätte).

Nachdem der Tag anbricht, lichtet sich auch der Nebel und wir erreichen gegen 10 Uhr morgens Alberobello. Unser Navi schickt uns auf eine besonders „interessante“ Straße: zum einzigen geöffneten Platz (laut ACSI – aber – außer einer steilen Anfahrt und einer ebenso engen, wie steilen Ausfahrt finden wir rein gar nichts, wo ein Camper fahren bzw. übernachten könnte).

Die Einwohner von Alberobello sind ausgesprochen freundlich und irgendwie schaffen wir es, nach mindestens 3 Runden für Nix und wieder Nix durch die Stadt (und dies trotz Fahrverbot für Womos) – einen freundlichen „Tankstellen-Angestellten-ja fast-Freund“ zu finden, der uns – mit seinem eigenen Auto – zum einzigen offenen Stellplatz weit und breit, führt. Es ist der gleiche Platz, den wir schon mittels GPS gefunden haben, aber das hinterlistige GPS hat uns zum AUSGANG und zur Tafel “CHIUSO“ geführt und nicht, wie gewünscht, zum etwas entfernten EINGANG.

Wir sind bis zum späten Abend die Einzigen, die den Platz gefunden haben und auch den Ort noch bei Sonnenschein besichtigen können. Die Stadt ist vor allem durch ihre Kegelbauten (Trullis) berühmt – aber um diese Zeit wohl eher nicht.

Schon meine Schwiegi (Schwiegermutter) hat mir von diesem Ort vorgeschwärmt und es hat eigentlich sehr lange gedauert, bis ich endlich selbst auch mal hier gelandet bin.

Alberobello entstand zwischen dem 4. und 5. Jahrhundert durch einige Bauern, die für die Grafen von Conversano arbeiteten. Es siedelten sich hier immer mehr Siedler an und sie konnten bei kaiserlichen Kontrollkommissionen demonstrieren, dass sie keine Ortschaften neu gegründet hatten, da sie rechtzeitig die Dächer (ohne Mörtel) auseinander nahmen.

So wurde diese Bauform zur Tradition. Sie hat durch den Touristenstrom (den wir momentan überhaupt NICHT spüren) nichts an seinem Reiz verloren.

Die Sonne scheint, es ist warm und das Glaserl Wein wird in einem Viertelliter Glas um knapp 2 Euro serviert. Beim „Verkosten“ müssen wir nach einem Glas stoppen. Hier könnten wir länger bleiben – wenn wir bleiben wollten, würden…


Wir besichtigen die Chiesa Sant’Antonio, Trullo Siamese, Rione Monti und haben als (momentan) einzige Touris weit und breit, die ganze Trullistadt für uns allein.




Der Fremdenführer „Pasquale“ lauert auf seine Kundschaft, wir sind leider nicht die Richtigen für ihn, er führt nur große Gruppen. Wir haben trotzdem viel Spaß mit ihm. Seinen Schnaps, aus dem Veneto mag er selbst nicht – uns schmeckt er aber.



Der heißen Empfehlung unseres Campingwartes – bezüglich eines Fresstempels – leisten wir heute Abend brav Folge, wir lassen uns überraschen. Wir gehen zum „Trullo del Conte“!