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Logbuch der SY Shalimardue

Dezember 2020
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Privat

Über Portopalo di Capo Passero nach Punta Braccetto

Während der Nacht hat es geschüttet wie aus Kübeln und es hat auf unsere Hütte geprasselt wie verrückt. Leider ist am Morgen noch kein bisschen Sonne zu sehen (nicht so wie gestern).

Trotzdem düsen wir los, denn wir wollen uns den südlichsten Teil Siziliens anschauen. In Marzamemi (einige Kilometer nördlich des Zipfels) soll es ja einen Stellplatz und auch Restaurants geben, die den besten Tunfisch auskochen (das Zentrum dieses Ortes soll eine ehrwürdige Tonnara – Tunfischfabrik sein).

Erstens – der Stellplatz ist geschlossen und zweitens sind wir außerhalb der wirklichen Reisesaison und drittens ist dzt. keine Tunfischzeit und deshalb steigen wir gar nicht aus, sondern schauen uns Portopalo di Capo Passero und die vorgelagerte Insel „Isola di Capo Passero“ an. Dieser Punkt ist südlicher als das afrikanische Tunis.


Die Fischerei besitzt hier eine große Tradition, jedoch ist der Hafen in unseren Augen irgendwie herunter gekommen. Mindestens 10 Schiffe liegen (teilweise) unter Wasser, wir nehmen an, dass einige Schiffe von Bootsflüchtlingen dabei sind, da auf vielen arabische Schriften zu sehen sind. Streunende Hunde, die vorbeifahrende Autos regelrecht anfallen – deshalb machen wir nur einen kurzen Stopp und suchen uns als nächstes Ziel Modica.




Bei genauerer Kontrolle stelle ich fest, dass es auch hier leider keinen Stellplatz MIT Strom gibt und ohne Strom ist es für mich leider momentan nicht akzeptabel. Nächstes Ziel – Ragusa – gleiche Voraussetzungen – aber auch hier keine Möglichkeit, eine Steckdose zu beanspruchen.


Deshalb, für heute die letzte Entscheidung, mindestens 3 Tage früher bei unserem Ziel für einen längeren Aufenthalt in Punta Braccetto einzutrudeln.

Die Landschaft ändert sich mal wieder. Von steilen Bergdörfern runter ans Meer und dazwischen viel landwirtschaftliche Nutzung. Die riesigen Artischockenfelder sind wunderschön anzusehen, ganz im Gegensatz zu den vielen großen Kulturen mit ihren Plastiktreibhäusern, die natürlich auch einige ökologische Probleme schaffen.

Andererseits stützt der Anbau der gut bezahlten Frühsorten die kränkelnde Wirtschaft Siziliens nicht unerheblich.


Das Wetter ist weiterhin sehr wechselhaft, von strahlendem Sonnenschein bis zu vereinzelten Regentropfen haben wir alles. Wir finden direkt unseren angepeilten Campingplatz, wo wir die Kärntner Herta und Gerhard treffen. Die beiden machen uns auch auf die verschiedenen Bräuche auf diesem Platz aufmerksam.

Giovanni, der Campingbesitzer, kommt immer wieder mit einer ganzen Kiste Obst oder Gemüse vorbei und verteilt diese gratis unter seinen Gästen. Daher gibt es heute bei uns zum gemischten Salat viele frische, ganz herrlich duftende Tomaten. So gut wie die schmecken, können sie „wahrscheinlich“ keine Treibhaustomaten sein. Na, ja?!?!