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Logbuch der SY Shalimardue

Dezember 2020
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Velirat- Ilovik – Valalta – Umag – Aquileia

Ein Sonnenuntergang in Velirat ist immer was Schönes, aber eigentlich ist ein Sonnenuntergang – wo auch immer, was Schönes für uns.

Nach dem Frühstück beschließen wir, doch nicht noch einen Tag in Velirat zu verbringen, sondern ein wenig weiter Richtung Norden zu segeln, da sich der Wind dafür einfach anbietet.

Diesmal finden wir in Ilovik eine freie Boje (es ist noch früher Nachmittag), aber mit dem ersten Hahnenkrähen lösen wir um 06 Uhr früh die Leinen und überqueren fast bei „Spiegeleis“ den Kvarner.



In der Verudabucht stehen viele Wochenendsegler und Motorbootfahrer und deshalb nutzen wir den doch noch aufkommenden Wind, um bis nach Valalta zu segeln.


Wir kennen einige nette Motorbootfahrer, aber es gibt viele – uns unbekannte – nicht denkende Motorbootfahrer, die sich nicht vorstellen können, dass, wenn sie knapp vor einem Segler oder wie hier auch bei einer Regatta von kleinen Optimisten, mit einer Riesenwelle vorbei düsen und die Segler ganz schön ins Wackeln bringen. Ein Topf am Herd fliegt durch das ganze Schiff bei so einer Aktion!!

Wir können auf keinem Fall in Cervar Porat vorbei segeln. Dort treffen wir zufälligerweise auch Ellen und Werner. So können wir mit dem Geburtstagskind Ellen mit einem köstlichen Getränk anstoßen. Im Lokal „Marina“ müssen wir anschließend kontrollieren, ob die Muschelplatte noch immer so überwältigend ist.

In der Zwischenzeit hat sich wieder mal eine große, schwarze, böse Gewitterwolke gebildet, die uns bis nach Umag begleitet, aber erst am Abend abregnet, wo wir es uns gerade im Lado (der Fischerkneipe im Hafen) gemütlich machen.






Was werden wohl der Zoll und die Polizei in Umag machen, wenn die Grenzen aufgehoben sind. Kein überhebliches Getue mehr, keine wie immer gearteten Schikanen. Pünktlich um acht Uhr (Dienstbeginn) muss erst der Stempel gesucht werden. Nach einer genauen Kontrolle desselben wird das Datum ganz langsam umgestellt. Noch ein kurzer Schwatz mit der Dame vom Zoll und dann endlich werde ich vorwurfsvoll ausklariert.

Wir sitzen während der Rückfahrt nach Porto Buso am Bug und philosophieren so vor uns hin. Die „Freece tricolore“ lässt zuerst über Lignano, dann über Grado ihren Rauch ab, bevor sie über Triest dann im Nichts verschwinden. Eine Gruppe Seidenreiher fliegt zur gleichen Zeit über den Himmel.

Plötzlich Aktion: Vor uns im Wasser eine Schildkröte, die verzweifelt versucht, immer wieder an die Oberfläche zu kommen. Der erfahrene Skipper vermutet, dass sie an einer Langleine hängt und um ihr Leben kämpft. Schiff gedreht und langsam schon mit dem großen Käscher in der Hand (deshalb keine Kamera) dirigiere ich ihn zu dem armen Opfer. Bei dem verzweifelt kämpfenden Vieh hat es sich allerdings um zwei Schildkröten gehandelt, die wiederum einige Kleine machen wollten!! Wir haben viel gelacht.

Das Captainsdinner gibt es – wie immer – in Porto Buso. Diesmal muss ein 1 ½ kg Rombo vom Grill beweisen, dass Michi mit mir als Crew mehr als zufrieden war. Die letzten Tage waren lt. meinem Skipper ein „nicht enden wollender Omega 3 Fettsäuren Rausch“!