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Logbuch der SY Shalimardue

März 2019
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Villa Romana del Casale in Piazza Armerina und die Stadt Enna

Abfahrt 08.00 Uhr. Wir vier haben heute viel vor. Auf der Autobahn nach Catania staut es sich ein wenig und vor der Abfahrt Catania steht alles. Weiter auf die Autobahn nach Palermo und bei Enna biegen wir rechts ab. Zuerst wollen wir die Villa Romana del Casale anschauen – von der Ortschaft Piazza Armerina noch ca. 6 Kilometer entfernt. Wir sind froh, nicht mit unseren Wohnmobilen hier in dieser engen Stadt unterwegs zu sein.

Es schaut aus, als wären wir die einzigen Besucher. Aber kurz darauf kommen Busse mit Schulklassen und viele japanische Gruppen sind auch hier – uns ein Rätsel, wie die hierher finden. Von den Mosaiken haben wir schon viel gelesen und gehört, aber es in den letzten vier Jahren trotzdem nicht hierher geschafft.

Erst im Jahr 1929 wurden Wissenschaftler durch Funde von Mosaiksteinchen zu Nachforschungen angeregt und gruben Teile des bei einem Erdrutsch im 12. Jhdt. verschütteten Luxusdomizils aus. Bisher wurden ca. 50 Räume freigelegt. Es gibt jedoch noch viel zu entdecken. In der Nähe wurden auch Reste einer weiteren prachtvollen Villa entdeckt.

Ein Vorgängerbau aus dem 2. Jhdt. nach Christi wurde im 3. und 4. Jhdt. zu einer großartigen Villa erweitert. Die erhaltenen Mosaikböden bedecken eine Fläche von 3500 m². Die bekanntesten Mosaiken sind die von Gymnastik treibenden Mädchen, die „Bikini-Trägerinnen“. Mir gefallen vor allem die Vielfalt und die Farbenpracht der Mosaikböden.

Die Sonne hat in der Zwischenzeit den Wackelklee und die Mimosen so richtig kräftig erblühen lassen und wir wollen zurück ins 35 km entfernte Enna. Von 700 Meter geht es auf 1000 Höhenmeter. Davon sehen wir allerdings nichts, denn der Nebel hüllt das Bergdorf völlig ein. Unser Navi führt uns zuerst zum Castello di Lombardia. Die Burg besteht aus byzantinischen, normannischen und staufischen Elementen. Von den einst 20 Türmen sind nur noch sechs erhalten, darunter die „Torre Pisana“. Ich erklimme als einzige die 95 Stufen, aber die Aussicht ist sehr nebulös.

Obwohl es nach dem Ende der Besichtigung kurzfristig ausschaut, als ob der Nebel verschwinden und die Sonne kommen würde, gibt es nur ca. 3 Minuten einen besseren Anblick auf das Castello. Deshalb ersparen wir uns einen Fußmarsch zum Dom (Chiesa Madre), zum Piazza Vittorio Emanuele und zur Rocca di Cerere. Leider sehen wir auch den „Torre di Federico II nicht mehr. Nach 340 Kilometer mit dem Leihwagen kann ich dann im Womo noch rechtzeitig die Zusammenführung meines Limoncello zubereiten.