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Logbuch der SY Shalimardue

Juli 2020
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Privat

Villach – Karibik – Jungfernsprung

In Villach kenne ich mindestens vier Lokale, wo es einen für mich perfekten Spritz Aperol gibt. Ich bin wohl von Italien verwöhnt, bekomme aber von Hans-Peter in der Little Bar, von Stoffl im Kleinfein, von Peter im Secret Garden und von Gabi in der Drau-Rast ebenfalls einen hervorragenden Drink, wo die Farbe nicht nur von der Orangenscheibe sondern wirklich vom Aperol stammt.

Auf Balkonien beim Sohnemann werden wir mit bestem Gegrillten verwöhnt. Wir sind ja schon langsam dabei, uns bei unserer Familie und Freunden zu verabschieden, da wir bald nach Italien fahren. Da bei der Rückkehr wieder Quarantäne angedroht wird, werden wir wohl einige Zeit sicherheitshalber bei den Winzern in Friaul verbringen.

Mit Inge gibt es im Weingut Salatin einen prickelnden Prosecco und anschließend im Veatnam beste asiatische Küche. Natürlich sind wir immer zu Fuß unterwegs, damit ich auch auf meine Schrittzahl über 10000 komme.

Gestern haben wir mit Gabi und Hans-Peter und Inge bei uns daheim das Video von unserer Karibikreise (hin und retour) angeschaut. So war ich binnen einer Woche bereits 3 Mal videomäßig mit unserer Shalimardue unterwegs. Ich freue mich schon riesig, dass sie am 08.06. wieder ins Wasser kommt und wir in die Lagune fahren werden. Kroatien ist für uns zur Zeit noch nicht erreichbar. Ob wir heuer überhaupt nach Kroatien segeln werden, steht in den Sternen.

Heute passt das Wetter und wir unternehmen wieder einen Ausflug, den ich noch nicht kenne. Michi fährt auf den Parkplatz der Burgruine Landskron. Am Teichweg passieren wir die ehemalige Wasserversorgung der Burg, gehen am Eingang vom Affenberg flott vorbei, da sich schon eine Menge Leute bei der Kassa anstellen und beginnen den Aufstieg zum Jungfernsprung.

Es ist wieder eine relativ steile Wanderung, wir machen aber immer wieder kurze Fotopausen und so schaffen wir die Strecke. Michi kann manchmal den Weg mit der Hand berühren – er braucht nur die Hand waagrecht auszustrecken.

Der Blick vom Jungfernsprung hinunter auf den Ossiacher See ist traumhaft. Die Holzfigur an der Felskante soll an die unglückliche Wassernixe erinnern, die das Tauernkirchlein wegen einer Eifersuchtsgeschichte bauen musste. Dieser Ort erzählt aber auch die tragische Geschichte einer Jungfer, die sich vor langer Zeit hier hinunterstürzte, um nicht ihre Unschuld zu verlieren. Michi, der in dieser Gegend als Jugendlicher aufgewachsen ist, hat die Geschichte eigentlich noch nie so richtig verstanden – sagte er mehrmals. Um einen Selfie zu vermeiden, haben wir zwei wandernde Damen gebeten, uns gegenseitig zu fotografieren und sind so drauf gekommen, dass ich eine der beiden Wanderinnen bei einem Malkurs vor mehr als 20 Jahren schon getroffen habe. Wie schön, dass ich so eine Ratsche bin.

Das kleine schlichte romanische Kirchlein in Gratschach ist aus dem 12. Jhdt und die älteste bestehende Kirche im Raum Villach. Römersteine in ihren Gemäuer weisen auf ihr hohes Alter hin. Es gibt eine Erinnerungstafel, die von dem Silberbergbau hier bei der Burg Landskron erzählt. Bergleute und Gewerke aus AQUILEIA, Bamberg, Salzburg haben hier Gold, Blei und Silber geschürft. Viele Knappenlöcher (alte Stollen) in der Gegend sind Zeugen dieser Zeit. Gegenüber befindet sich der Gasthof Latritsch, in dem wir unsere Flüssigkeitspeicher recht schnell wieder auffüllen. Unser heutiges Mittags-Menü ist: zwei gespritzte Most und eine hervorragende Leberknödelsuppe – die Beste seit langem.

Wir beobachten mit Vergnügen das Liebesspiel der vielen Spatzen, die beim Gasthaus leben. Die Spatzendame hat sich jedenfalls nicht in die Tiefe gestürzt. Michi hat sie genau beobachtet und auch fotografiert.