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Logbuch der SY Shalimardue

September 2020
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Privat

Wer kennt Catterick Garrison nahe Darlington?

Wohl niemand, auch wir haben diesen Ort nicht auf unserer Liste mit den Campingplätzen gehabt. Aber bevor wir dort ankommen, haben wir noch eine kleine Odyssee vor uns.

Wir haben uns im Internet schlau gemacht, London mit dem Wohnmobil ist keine einfache Sache. Nicht nur, dass man schon im Vorfeld ein Online-Formular bezüglich der Low-Emission-Zone ausfüllen und die Bestätigung mittels Post abwarten muss (tägliche Gebühr angeblich 100 Pfund). So gibt es auch noch eine City-Maut, die 10 Pfund pro Tag kostet. Abgesehen von der Stellplatzgebühr und dem Verkehrsaufkommen inmitten von London.

So haben wir uns schon daheim für eine großräumige Umfahrung von London entschieden, quer feldein, aber immerhin auf der Autobahn (mit ganz kurzen Unterbrechungen) von Canterbury über Cambridge und Peterborough nach Whalplode.

Da Michi die Strecke dann doch zu kurz vorgekommen ist und wir ja (eigentlich so schnell wie möglich) weiter in den Norden nach Schottland kommen wollen, tritt Plan B (Tuxford) in Kraft. Unser Campingführer weist leider nur vereinzelte Plätze auf, die dazu noch weit von der Autobahn entfernt sind und keinerlei Annehmlichkeiten bieten.

Plan C – nahe Darlington – hier ist der Campingwart nicht anwesend und die freundlichen und hilfsbereiten Campinggäste versuchen vergeblich, ihn zu erreichen. Allerdings wissen sie, dass heute ein Bankfeiertag ist und daher dieses Wochenende sämtliche Plätze mehr als ausgebucht sind.

Unser Navi lässt uns auch im Stich. Auf den heutigen 517 Kilometern hat es uns mehr als die Hälfte im Stich gelassen und es hat ständig nach Satteliten gesucht. Zwischendurch hat mein Navi vom Handy noch ein wenig Empfang gehabt, aber auch dieses hat uns schmählich die Informationen über die Strecke verweigert.

Kurz vor Darlington verlässt Michi die Autobahn und bei Catterick Garrison erspäht er bei einer Pferderennbahn eine Menge Wohnwagen und –mobile. Er erkundigt sich und erfährt, dass heute zwar kein lustiges Pferderennen mit abenteuerlichen Hüten stattfindet, aber dieser royale private Campingclub für dieses Wochenende den Platz gemietet hat.

Nach Rücksprache mit der Chefin die sich mit „Steward“ ansprechen lässt und die sich gleich bei drei weiteren Freunden rückversichert, dürfen auch wir hier für eine Nacht unser Wohnmobil abstellen. Michi kommt mit zwei Sausages (gebratenen Würsteln) und einer Einladung für einen Umtrunk im Clublokal zurück. Die Getränke dürfen wir selber mitbringen!!Die Gegend ist allerdings nur zwischen den Wohnmobilen „trocken“ – sonst regnet es alle halbe Stunden einmal!


Wir machen bei einem Bingospiel mit, haben aber kein Glück, wahrscheinlich liegt es nicht nur am Pech, sondern auch am Verstehen der ganz eigenartig ausgesprochenen Zahlen. So heißt z.B. die Zwei (little duck) und die Zweiundzwanzig (double duck), 10 war dann noch die Downingstreet – bis ich das verstanden habe, war die Hälfte des Spiels schon vorbei. Aber es ist mehr als lustig in dieser Runde und wir sitzen bis spät nach Mitternacht zusammen und erfahren einige schöne Sehenswürdigkeiten und gute Stellplätze und lustige Episoden aus ihrem schon jahrzehntelangen Campingleben.