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Logbuch der SY Shalimardue

September 2020
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Whisky und royale Schlösser

Heute beginnen wir unsere Tour mit einer Besichtigung der Speyside Cooperage. Hier werden die Holzfässer, die sogenannten „casks“ hergestellt, in denen dann der Whisky jahrelang lagert. (Kommt dann auch im Buch vor…)

In der einzigen noch funktionierenden Böttcherei in ganz Großbritannien kann man den gesamten Lebenszyklus eines Fasses (ca. 40 Jahre) nachvollziehen.

Zur Herstellung wird amerikanische Eiche aus Missouri, Kentucky und Tennessee verwendet. Da in Amerika ein Fass nur einmal verwendet werden darf, in Europa jedoch dreimal, werden die Bourbon Fässer aufgekauft, importiert und – wenn nötig – repariert. Ebenso auch Sherry- und Portweinfässer aus Spanien und Portugal.

Die hochqualifizierten Küfer arbeiten im Akkord. Sie werden nach Stück bezahlt, arbeiten 10 Stunden pro Tag und haben nur 1 ½ Stunden Pause. Es wird nach wie vor mit traditionellen Methoden und Werkzeugen gearbeitet.

Kaputte Dauben landen in Lachsräuchereien als aromatisches Brennholz oder auch bei Künstlern.

Wir fahren an einigen Destillerien – wie Strathisla, Balvenie, Macallan, Cardhu, Glenfarclas und Glenlivet und noch einigen anderen mehr – leider heute vorbei. Ein Besuch wäre auch fahrtechnisch ein Harakiri der Sonderklasse. Glenfiddich war der einzige Whisky, den ich vor der Zeit mit Michi als Kiltträger kannte.

Deshalb wollte ich mir unbedingt diese Brennerei, die seit 1887 im Familienbesitz ist, anschauen. Ein edles Anwesen. Die Firma hat rundherum alle Quellen und Grundstücke aufgekauft, damit hier ja nie Fabriken das Wasser verunreinigen können. Irgendwo schlägt sich dies auch beim Preis für eine Flasche Whisky nieder. Übrigens, wir haben keine gekauft.

Während der Fahrt überrascht uns immer wieder mal Nebel, der hier in dieser Gegend Mist genannt wird. Dadurch ergeben sich aber auch ganz tolle Stimmungen.


Dazwischen gibt es immer wieder Sonne und die Aussicht ist einfach atemberaubend.

Allerdings auch das 20%ige (!!!) Gefälle – (15 % auf oder ab regen uns sowieso nicht mehr auf).



Diese Brücke hat es aber in sich. So steil rauf und sofort wieder abwärts. Wir fürchten, dass wir mittig oben wie eine Henne am Ei aufsitzen können. Aber, das Glück ist mit ein paar Millimetern auf unserer Seite. Es war wohl vorher angeschrieben, für lange Fahrzeuge nicht geeignet. Wir haben aber gedacht, das betrifft uns sowieso nicht!

Wir sind wirklich nicht „amused“. Zuerst dirigiere ich Michi – im Einklang mit unserer GPS-Dame (die ich diesmal persönlich programmiert habe), ca. 10 Kilometer nach rechts, statt nach links. Es hilft nichts, wir müssen zurück. Nach links wäre es nur ein halber Kilometer gewesen, bis zum Balmoral Castle, dem Sommersitz der Königin – der Queen „herself“. (She. Foto einer Ansichtskarte).

Wir sehen es aber nicht, weil erstens ein dichter Wald die Sicht hemmt und zweitens der freundliche und sehr witzige Polizist uns erklärt, dass die Queen und ein kleiner Teil der royalen Familie zurzeit anwesend sind. Das Schloss kann nur vom April bis Ende Juli besichtigt werden. Er hat uns aber fest versprochen, ihr, der Queen, unsere Kärntner „nichtroyalen“ Grüße, verlässlich auszurichten. Wenn sie schon keine Zeit für uns hat.

Ganz in der Nähe gibt es allerdings die „Royal Lochnagar Distillery“, die wir sofort anfahren, um etwas „royalen touch“ in unsere Reise zu bekommen. Wir verzichten aber auch hier auf eine einstündige Führung mit Verkostung, was der gute Mann hinter dem Verkaufstresen überhaupt nicht verstehen kann.

Michi ist froh, diese einspurigen Strassen nun bald endlich hinter sich zu haben und ich werde sie vermissen.

Während der Fahrt durch die Fichtenwälder sieht Michi Pilze stehen, die er natürlich NICHT stehen lassen kann. Dafür gibt es heute als spätes Mittag/Abendessen ein gutes Ribeye Steak mit Gemüse-Pilzbeilage. Einfach himmlisch.