Gehe zu: Hauptmenü | Abschnittsmenü | Beitrag

Logbuch der SY Shalimardue

Juli 2020
M D M D F S S
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Archiv

Privat

Wie die Zeit vergeht

Wir sind jetzt schon die dritte Woche in Aquileia. Wir besuchen wieder einmal Grado und freuen uns, fast die ersten im neuen Restaurant Porto Buso im Hafen gewesen zu sein. Michi beginnt anschließend die Putzarbeiten mit seinem Kärcher auf unserer Shalimardue. Die noch anstehenden Malerarbeiten werden noch genug Schleifstaub auf das Schiff bringen.

Wie immer sind wir auf der Suche nach einer neuen „Frasca“. Wir finden auch eine, die es wirklich in sich hat. Der Name der einheimischen „Tränke“ ist La Corta – was soviel wie weibl. Kurz (die Kurze) bedeutet. Nachdem wir uns etwas vergorenen Traubensaft einschenken ließen, erstarrt Michi. Ein uraltes Fresco, von dem wir nicht wissen, wie es in das Weinlokal gefunden hat bzw. ob die Frasca einmal eine kleine Kapelle war, zeigt wahrlich Seltsames. Eine Mutter mit Kind, das aber eine frappante Ähnlichkeit mit unserem derzeitigen Kanzler aufweist. Zumindest die großen Ohren und der türkise Apfel sind ein zarter Hinweis, den wir uns nicht erklären können. Der Wein ist gut und stark und unsere Stimmung unvergesslich lustig.

Das Wetter wechselt immer wieder von strahlendem Sonnenschein zu Gewitterwolken und bedecktem Himmel. Waldmüllermotive die ganze Woche.

In der Frasca „Mortesin“ in Ruda werden wir auch bestens verwöhnt. Diese Frasca empfahl unser Malermeister, der unser Boot mit altem/neuem Namen schmückt. Solchen Empfehlungen gehen wir meist sofort nach, bevor die allgemeine Vergesslichkeit die Informationen leider wieder löscht.

Auf der Terrasse im „Da Nettuno“ gönnen wir uns einen Coda di Rospo mit Kartoffeln und Salat. Danach bereite ich endlich meinen Limoncello – der in Sizilien Anfang März vorbereitet wurde – zu einem himmlischen ca. 45 %igen Getränk zu. Der Versuch, ein neues Getränk von Michi zu kreieren, steht noch aus. Ihm steht der Sinn nach Limoncello mit Tonic Water und einem Minzblattl. Mal sehen und dann schmecken.

Mit Birgit und Rico und Sanna treffen wir uns im „Da Nettuno“ und da wird auch wieder bestens abgespachtelt.

Der nächste Ausflug nach Grado erfolgt am Samstag, da wir in der Fischhandlung frische lokale Capesante kaufen, die Michi dann zu Mittag auf einer „Polenta neri“ anrichtet. Hervorragend. Die weiche Polenta bereitet er mit einer klein gehackten Salzsardelle und etwas Knoblauch und „Tintentier-tinte“ zu. Wir haben schon vor Tagen die Tinte von einem solchen Tier gekauft, weil Michi schon einige Zeit über das Rezept nachgedacht hat. Die Capesante wurden kreuzweise leicht etwas eingeschnitten und gegrillt. Die Orangen waren nur wegen der Farbe unbedingt notwendig.

Das zweite Frühstück genießen wir diesmal im B & B in Aquileia und sind wie immer bestens zufrieden.

Heute Vormittag übt Michi mit Michl die Rotweinfuge von Bach oder so – ich kenn mich einfach zu wenig aus bei Musik. Michi freut sich immer, wenn er mit jemanden, der das Instrument meisterhaft beherrscht, ein bisschen herum klimpern kann. Auf jeden Fall fühlen wir uns hier wie im Paradies.