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Logbuch der SY Shalimardue



Juli 2018
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Privat

wir haben das Faulsein genossen

Wenn man unterwegs ist, lernt man immer wieder ganz nette Leute kennen. Mit den anderen kommt man sowieso nicht ins Gespräch. So z. B. auch Trude und Lissi, mit denen wir lustige und unterhaltsame Stunden verbracht haben. Wir sollten eine „Schiffsfrauen-Verkupplungsagentur“ ins Leben rufen. Einige interessante „Kojenhüterinnen“ hätten wir heuer schon parat.

Wir knattern mit dem Dingi in die Nachbarbucht, manchmal gehe ich zu Fuß zurück. Michi holt mich dann bei Rato ab. Anschließend muss ich mich in der Hängematte ausrasten. Immerhin sind es von Rato zu Ivo knapp 500 Meter Gehweg (oder umgekehrt). Der Stress des Seglerlebens, pur.

Im letzten Moment hat Michi diese Grille vor dem Ertrinken gerettet. Sie hat angeblich lautstark SOS gezirpt und der Angsttropfen ist ihr noch geblieben. Kurz darauf ist sie wieder weggeflogen.

Das Wetter ist generell etwas unbeständiger geworden, was wir in den letzten Jahren wirklich bemerkt haben. So hat sich eine Kaltfront angekündigt, mit viel Glück für uns haben wir jedoch nur mehr die Ausläufer gespürt. In Nordkroatien war angeblich die Hölle los. Wir haben Windspitzen mit knapp 40 Knoten und Regenschauer – aber bei Tag ist für mich nie das Problem, aber in der Nacht. Da hält Michi „Wache“ d.h. er schläft nur sehr leicht und ist immer am Sprung, falls was sein sollte. War aber nix.

Am nächsten Tag schaut die Unterwasserwelt ganz anders aus. Der Lichteinfall ohne viel Sonnenschein ist ganz ein anderer.

Michi sagt zu seinen Freunden, dass er nicht zum Segeln kommt, weil ich immer Schmetterlingsfotos machen muss/will. Dabei freut auch er sich auch über die faule Auszeit. Zwischendurch stehen aber leider immer wieder Reparaturen an. Ein altes Schiff ist nicht das Problem, das Problem sind die unerwarteten Schäden, die immer wieder auftauchen. Schlosserarbeiten, Sklavendienst oder Mikroelektronik – alles dabei.

In den vier Lokalen auf Scedro haben wir mit vielen netten Seglern (komischerweise war heuer kein einziger Motorbootfahrer dabei) unsere Bojengebühr (da nicht eingefordert) „kulinarrisch“ verspeist. Der Verdauungsschnaps darf natürlich auch nicht fehlen. Bei Rato und seiner Familie waren wir in besten Händen. Das Essen und die Getränke scheinen hier sehr gut zu sein, da sogar ein 95jähriger, der mit seinem alten Enkel unterwegs war, hier zukehrte. Er  hüpfte allein aus dem Beiboot, süffelte anschließend einen Liter Weißwein gegen den Durst und ist dann problemlos wieder zu seinem Boot zurückgekehrt. Wir haben alle nur noch geschaut.

Scedro ist jetzt eine “müllfreie“ Insel. Es wurde ein Arbeiter angestellt, der in den letzten Wochen 14 Tonnen Müll gesammelt hat. „Die Freunde von Scedro“ organisieren das und bringen den Müll nach Hvar. Eine lobenswerte Initiative einer kleinen Gruppe.  Morgen geht es weiter…