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Logbuch der SY Shalimardue



Juli 2018
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Privat

wir sind wieder unterwegs – nach Loviste

Der Wind kommt von vorne und so heißt es für uns aufkreuzen. Wir wundern uns immer wieder über die Aussagen, dass Kreuzfahrtschiffe wegen des immensen Schadstoffauswurfes so verteufelt werden. Keiner redet aber über die tausenden Frachter, die ebenso Schweröl verwenden und die dann schwarzen Ruß bis zum „geht nicht mehr“ ausstoßen. Das gehört einmal deutlicher angesprochen.

Es gibt in der Bucht von Loviste auf Peljesac viele freie Bojen und so gehen wir gleich an eine in der Nähe der Ortschaft. Wir brauchen etwas Nachschub – zumindest Obst, Gemüse und Brot. Danach genießen wir den Sonnenuntergang bei einem Glaserl Wein – oder waren es vielleicht zwei/drei?

In der Nacht schaukeln wir elendig, die Welle rollt direkt in die Bucht, in der wir an der Boje liegen. Nachdem wir in der Früh einige Fotos von einer nicht allzu scheuen Schildkröte machen, verlegen wir uns in die hintere Bucht. Hier ist es ruhig und die Bojen gehören zum Lokal „Korkyra xyz“ – das heißt, wir müssen unsere Bojengebühr wieder „veressen“. Ein Drama in unserem Fall!  Morgensport wird nicht nur auf den Schiffen sondern auch auf „standup paddle“ praktiziert. Wir sind sehr erstaunt, wie sportlich manche Seeleute sogar bei Regen sind. Die Damenwelt benutzt sogar das Fernglas, um genauere Infos zu bekommen. Aleksander, der Wirt und Bojenbesitzer scheint ein guter Koch zu sein, aber er kann mit den Portionen vom Nettuno (unserer Lieblingskneipe in Aquileia) leider gar nicht mithalten.

Nachdem die Fußballweltmeisterschaft im Fernsehen übertragen wird, genieße ich ab und zu die Zeit alleine beim Sonnenuntergang. Michi leidet mit den Deutschen und den anderen Verlierern und freut sich für die Kroaten. Am nächsten Morgen machen wir einen ausgedehnten Spaziergang. Natürlich gibt es wieder unzählige Fotostopps. Alle, wirklich alle Blumen und Tiere müssen von mir gepixelt werden. Michi bekommt von mir die goldene Wandernadel vom Peljesac (The golden Peljeschatzi) versprochen. Er freut sich unauffällig innerlich.

Irgendwie komme ich mir hier vor wie in der Karibik. Nicht nur das blaue Wasser erinnert daran. In diesen drei Tagen haben wir zwei Seglerpaare (Conny und Mathias) aus Deutschland (nahe Frankfurt) und (Uta und Roland) aus der Steiermark kennengelernt. Wir verbringen viel Zeit gemeinsam beim Ratschen und als die Vier bei uns am Schiff waren, habe ich mich über die beiden Beiboote und ein Paddelboot in Gemeinschaft mit unserem Gasthaustaxi sehr gefreut. Wir hoffen, wir sehen uns irgendwann – irgendwo wieder, auf dieser feuchten runden Welt.